Geruch Trenntoilette: Stinkt hier was?

Die größte Sorge aller, die sich mit dem Thema Wohnmobiltoilette/ Campingtoilette und letztlich mit der Trenntoilette beschäftigen, ist der mögliche unangenehme Geruch oder auch Gestank.

Einerseits beschäftigen sich viele Wohnmobilfahrer und Van-Besitzer mit einer alternativen Toilette, weil sie eben einen unangenehmen Geruch ihrer Kassettentoilette wahrnehmen und dieser sich meist im gesamten Fahrzeug verbreitet.

Sie wollen die Situation verbessern und haben verständlicherweise Bedenken wegen der Geruchsbildung.

Andererseits weiß natürlich jeder, dass Ausscheidungen unangenehm riechen, besonders intensiv nach dem kürzlich erfolgten Toilettengang. Nun stellen sich viele auch noch vor, wie sich mehrere Häufchen gesammelt in einem Eimer befinden und vielleicht vor sich hin stinken!

In diesem Beitrag wollen wir aufzeigen, warum die Trenntoilette oder Trockentrenntoilette aber eben nicht stinkt.

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Ist der Geruch einer Trenntoilette unangenehm?

Gleich zu Anfang wollen wir zumindest die Frage beantworten, bevor es an die Details geht.

NEIN, eine Trenntoilette riecht nicht und sie stinkt schon gar nicht.

Seit über 90 Jahren wird die Trenntoilette genutzt und geschätzt. Sicherlich nicht unbegründet.

Seit etwa 20 Jahren gibt es Trenntoiletten auch allmählich für Wohnmobile. Die Nachfrage ist aber besonders stark in den vergangenen Jahren angewachsen.

Warum? Die Trockentrenntoilette macht dich unabhängig von Entsorgungsstationen. Die Entleerungsintervalle vergrößern sich deutlich für die festen Ausscheidungen und du benötigst für die Trenntoilette kein zusätzliches Wasser.

Da Langzeitreisen mit Fahrzeugen immer beliebter werden, ebenso wie das freie, unabhängige Stehen, wächst auch die Nachfrage nach passenden Toilettensystemen.

Ein weiterer häufig genannter Grund für den Wechsel der Kassettentoilette ist der unangenehme Geruch.

Wie kommt es bei Chemietoiletten und Eimertoiletten zum unangenehmen Geruch?

Der Gestank entsteht durch die Vermischung der Ausscheidungen. Bereits die Natur hat die Trennung von Urin und Kot bei fast allen Lebewesen vorgesehen. Der Kot hat einen anderen Ausgang als der Urin. Manche Tiere verfügen jedoch über eine gemeinsamen Ausscheidungsausgang, die Kloake. Harnleiter und Darm münden in der Kloake und werden gemeinsam ausgeschieden, wie bei Vögeln. Eine gemeinsame Sammlung über längere Zeit beider Exkremente im Körper gibt es aber bei keinem Lebewesen.
Bei der Vermischung der Exkremente entsteht die Geruchsbildung durch die Freisetzung diverser Gase, wie Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Methan. Verschiedene Bakterien und Hefen verursachen dabei durch ihre Arbeit der Zersetzung der Nährstoffe die Gerüche, die wir dann wahrnehmen können. Bakterien, Hefen und letztlich die entstehenden Enzyme sind in der verflüssigten Masse, wie es in einer Kassettentoilette üblich ist, noch aktiver. Die Luftzufuhr zu dem Gemisch unterstützt den Geruch zudem.

Kassettentoiletten unterbinden die Tätigkeit der Bakterien durch flüssige Zusätze in Form von Chemikalien oder biologischen Produkten, so dass die Geruchsbildung minimiert wird. Einige chemische Zusätze sind aber wie bereits in diesem Beitrag erwähnt: „Warum sich der Wechsel von einer Kassettentoilette zu einer Trenntoilette lohnt“ mit Vorsicht zu verwenden, da sie Schaden an Mensch und Tier verursachen. Die biologischen Produkte funktionieren über Effektive Mikroorganismen oder Enzyme, haben aber eben ihren Preis.
Alternativ behelfen sich einige Kassettentoilettennutzer mit den SOG-Anlagen. Hierbei werden die Gerüche über die Erzeugung eines Unterdrucks in der

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Wie kommt es bei klassischen WCs manchmal zu diesem starken Uringeruch?

Frischer Urin riecht bei ausreichender normaler Trinkmenge eigentlich nicht. Allerdings kann bestimmte Nahrung, wie beispielsweise Spargel oder Medikamenteneinnahme Uringeruch verursachen.

In unserem Beitrag zur Reinigung einer Trenntoilette sind wir auf dieses Thema bereits eingegangen. Es sei hier nochmal zu erwähnen, dass Urin sich erst nach längerer Lagerung beginnt zu zersetzen und damit die Geruchsbildung.

Der bekannte Uringeruch entsteht primär durch die Verbindung mit Wasser, insbesondere mit dem darin gelösten Kalk. Weiterhin für die Geruchsbildung verantwortlich ist der entstehende Urinstein, der sich mit der Zeit ablagert.

Umso länger Urin also gesammelt wird, umso wahrscheinlicher ist die Wahrnehmung von Geruch. Aus diesem Grund verfügen die meisten Trenntoiletten maximal über einen 10 l Kanister, der für etwa 2-4 Tage reicht.

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Warum entsteht kein unangenehmer Geruch bei der Trenntoilette?

Bausatz seitlich flach

Die natürlich angelegte Trennung von Urin und Kot wird bei der Trenntoilette weiter fortgesetzt, durch Verwendung eines Trenneinsatzes. Der Urin läuft in einen Kanister und der Kot fällt hinten in den Behälter hinein.

Aufgrund der 2-4 tägigen Lagerung des Urins, entsteht hier kein Geruch. Ab und an empfehlen wir den Urinkanister aber von Urinstein zu befreien. Lest hierzu gerne mehr in unserem Beitrag: Reinigung einer Trenntoilette.

Frischer Kot riecht natürlich durch die enthaltenen chemischen Verbindungen, beispielsweise Schwefelwasserstoffe, die durch Fäulnisbakterien entstanden sind.

Weiterer Geruch kommt durch Fäulnisprozesse von Aminosäuren. Diese Gerüche verfliegen mit der Zeit, wie zu Hause auf Toilette auch. Die Abtrocknung der Feststoffe ist das offene Geheimnis hinter einer funktionierenden Trenntoilette.

Das erreichst du durch die Verwendung eines Streumaterials und/ oder eines Lüfters. Das Ziel beider Varianten ist der Entzug von Feuchtigkeit. Solange der Kot feucht ist, riecht er.

Durch den Entzug der Feuchtigkeit verändern sich die oben beschriebenen Prozesse. Bestimmte Enzyme und Gase bilden sich nur im feuchten bzw. flüssigem Ausscheidungsgemisch. Die Feststoffe zersetzen sich langsamer und durch andere biologische Prozesse.

Aus diesen Gründen gibt es bei einer Trenntoilette eben keinen unangenehmen Geruch.

Lüfter oder Streu oder beides?

Es gibt mittlerweile viele Trenntoiletten Nutzer und jeder hat seine eigene Technik. Manche verwenden ausschließlich Streu.

Das reicht auch prima aus, denn die ganze Feuchtigkeit wird vom Streu aufgenommen und über die Fasern abgegeben, damit alles abtrocknen kann. Wird allerdings länger gesammelt, so bildet sich mit der Zeit Kondensflüssigkeit.

Diese kann verhindert oder reguliert werden, in dem ab und zu der Deckel der Trenntoilette offen bleibt oder ein Lüfter verwendet wird. So kann sich die Feuchtigkeit verflüchtigen.

Zum Geruch käme es unter Umständen dann, wenn die Kondensfeuchtigkeit sich in der Trenntoilette sammelt und wieder auf die Masse tropft. So steigt der Feuchtigkeitsgehalt wieder an und Geruch entsteht.

Unterstützend oder alternativ zum Streu, kann ein Lüfter verwendet werden. Dieser führt die feuchte warme Luft nach draußen und lässt damit den Kot abtrocknen.

Der Lüfter transportiert zusätzlich frisch entstandene Gerüche weg, so dass sich die Geruchsbildung insgesamt etwas reduziert.

Manche Trenntoiletten sind so konzipiert, dass die Feststoffe ausschließlich mit einem Lüfter abgetrocknet werden können. Hier wird komplett auf Streu verzichtet. Die eingesetzten Lüfter haben einen sehr geringen Stromverbrauch. Hier musst du dir keine Sorgen machen, selbst bei dauerhaftem Einsatz.

Durch die Verwendung eines Lüfters kannst du allerdings länger sammeln. Ohne Lüfter verkürzen sich die Entsorgungsintervalle etwas.

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Geruch bei Entleerung der Trenntoilette

Die gesammelten, abgetrockneten Feststoffe riechen nicht mehr nach Kot oder Fäkalien, so wie man es erwarten würde. Daher stellt die Entsorgung keine Herausforderungen dar. Bei Trenntoiletten mit einem Feststoffbehälter ohne Rührwerk, wie beispielsweise bei der Trelino L • Formschöne Trenntoilette, ist die Entsorgung insgesamt unkompliziert.

Vorbereitend liegt im Feststoffbehälter eine kompostierbare Tüte, die einfach zugebunden und in die nächste Mülltonne geworfen wird. Bei Komposttoiletten mit Rührwerk, wie beispielsweise bei der NaturesHead • Trenntoilette, wird der Feststoffbehälter in einen kompostierbaren Beutel umgeschüttet und anschließend entsorgt.

Hier möchten wir einfach auf ein paar Aussagen verweisen von Trenntoiletten Bloggern und Nutzern. Zwei davon haben eine Trenntoilette mit Rührwerk.

Jürgen von Womo.blog schreibt: „Nein es riecht nicht. Zumindest nicht nach Gülle, Urin oder Kot. Es riecht manchmal erdig, wie nach Waldboden, aber nur, wenn der Ventilator nicht läuft.“

Nima von camperstyle.de schreibt: „Wir haben unsere Trenntoilette seit fast acht Monaten ohne einen Lüfter in Gebrauch und kommen sehr gut zurecht.“

Harriet von zuhause-im-wohnmobil.de schreibt: „Der Geruch des Feststoffbehälters ist nicht fäkalisch, eher nach Erde. Und ja, ich habe meine Nase schon direkt reingehalten.“

Etwa 98 % der Trenntoiletten Nutzer machen nur positive Aussagen. Viele Nutzer schreiben mittlerweile über ihre Erfahrungen. Die Trenntoilette hat sich durch und durch bewährt. Von unangenehmem Geruch bei irgendeiner Trenntoilette ist hier nichts zu lesen.

Fazit

Eine Trenntoilette ist eine wunderbare Lösung, insbesondere wenn das Thema Geruch, dir bei deiner Toilette schon mal Sorgen bereitet hat.

Trenntoiletten stinken nicht, sie riechen auch nicht unangenehm! Sorge dafür, dass die Feuchtigkeit abtransportiert werden kann und du wirst sehr glücklich sein, mit deiner Trenntoilette.

In diesem Beitrag hast du die Hintergründe der Geruchsbildung ausführlich dargelegt bekommen. Nun verstehst du das Prinzip dahinter und kannst dich unbesorgt weiter mit der Trenntoilette beschäftigen.

Gerne stehen wir dir aber auch zur Seite bei allen deinen Fragen. Hier kannst du das Thema noch weiter vertiefen und herausfinden, wie du die Fäkalien aus deiner Trenntoilette entsorgen kannst:

Was mache ich mit den Fäkalien aus einer Trocken-Trenn-Toilette? Anregung zur Kompostierung


19 comments


  • Markus Becker
    Christian, danke für deine Info. Das wird für viele interessant sein!

  • Christian
    Nachtrag: Ursache unseres Geruchsproblems war die – wenn auch nur gelegentliche – Verwendung von Feuchttüchern. Hat eine Weile gedauert, bis wir darauf gekommen sind. Eigentlich logisch, aber ich hatte gedacht, dass die doch rel. kurze Trockungszeit dieser Tücher ausreichend sein würde, um nicht in Verbindung mit den Feststoffen Gerüche zu produzieren. Dem ist nicht so. Seit wir die gesondert entsorgen, gibt es keinerlei Geruchsprobleme mehr. Die Standzeit des Feststoffbehälters wird nun nur noch durch die Füllhöhe begrenzt, durch nichts anderes.

  • Cornelia
    Vielen, vielen Dank für deine Hinweise, Steffi!

  • bfxouralfm
    Muchas gracias. ?Como puedo iniciar sesion?

  • Helmut

    Vorab möchte ich sagen, dass eine Trenntoilette im Wohnmobil eine richtige Bereicherung ist.
    Es trifft alles zu, was Sie bis dato über die Vorteile der Nutzung und der Entsorgung gelesen oder gehört haben.
    Jedoch ein Veto zu all den Aussagen was die Geruchsentwicklung betrifft, muß ich vehement einlegen.
    Wer hier nichts riecht, der sollte mal zum HNO gehen. Es ist unumgänglich im Urinbehälter mit
    Zusätzen wie Spülmittel zu arbeiten und im Feststoffeimer mit Zusätzen wie „Cats Best“ und viel Sägemehl.
    Und dass alles lindert den Geruch nur. Ohne eine permanente Entlüftung ( 24 Stunden 30% Leistungsfähigkeit ) und direkt nach der
    Benutzung für ca. 30 Minuten mit 100% der Entlüftungskapazität zu arbeiten, ist unumgänglich. Sprich ein Kaminrohr das
    die Luft aus der Box nach außen bläst ist ein MUSS.
    Und damit ist es aber auch besser, was die Gerüche betrifft, wie auf der Haustoilette.


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